🧠 Prüfungsprotokoll Nr. 22: Facharztprüfung Neurologie in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt 2023.01

Prüfungsprotokolle - Facharztprüfung Neurologie

Die Prüfer waren sehr nett, wir haben auch gelacht.

  1. Prüferin (PD Spieker- Chefin Neurologie Dessau)
    Sie ist bekannt für freundliche Prüfung der Basics. Sie bringt gern Fälle aus ihrer Klinik mit.

Mein Fall: 61-jähriger Mann. Er musste husten, danach lumbal Rückenschmerzen und akute paraparese. Aktuell links kaum noch, aber rechts. Vorerkrankungen pAVK. Die Untersuchung musste ich komplett erfragen: Sensibles Defizit S1, ASR ausgefallen, aber sparenden über S1 hinaus KG 3-4. keine Vorerkrankungen, ab und zu Rückenschmerzen.

Ich habe nach Nervendehnungszeichen gefragt, die er nicht hatte. Auch keinen Blasen- und Mastdarmstörungen.

Nun habe ich nach dem zeitlichen Verlauf gefragt, weil ich auch an eine Lyse dachte, aber die Parese war schon 10 h bestehend.

Also haben wir die DD der S1-Sydrome durchgesprochen. Und immer: was machen sie jetzt:

  • LWS-MRT kleinere Protrusionen, nichts, was Symptomatik erklärt
  • Aufnahmelabor unauffällig
  • HWS/BWS unauffällig
  • langsam wurde ich unruhig, weil alles unauffällig war und dann kam ich zurück zu meinem Anfangsverdacht: Ischämie. Und die hatte er dann auch: bilaterale Anteriorischämien.

Ihr Feedback am Ende war, dass ich sie mit meinem frühen Verdacht ins Schwitzen gebracht habe und sie mich bewusst davon abgebracht hat 😅

Ich habe Bilder vom spinalen und cMRT befunden dürfen.

  1. Prüfer: Prof. Otto (Chef Neurologie Uni Halle) – Demenz ist sein Steckenpferd und das prüft er auch:
  2. Fall 71-jähriger Lehrer, beklagt Gedächtnissstörung. aHT als Vorerkrankung, klinisch unauffällig, psychopathologisch unauffällig. Dann hat er mit dem CERAD vorgelegt, den ich auswerten sollte. Das kannte ich nicht, habe es ihm so mitgeteilt und das war auch okay. Im Endeffekt war der nicht auffällig. Das cMRT, das ich befunden sollte: rechtsbetonte Atrophie temporal+ Hippocampus. Liquorentnahme: Identische Banden- ist das relevant? Nein. Gesamt-Tau deutlich erhöht, Beta-Amyloid leicht reduziert. Was ist das nun? Im Endeffekt keine Alzheimer-Demenz sondern Alzheimer- Erkrankung, weil noch keine Demenz.

Was machen wir mit dem? Ich habe Einschluss in Studien für Antiköper vorgeschlagen, was er gut fand. Dann Allgemeinmaßnahmen: kardiovaskuläre Risikofaktoren usw. Und er würde off-Label einen Cholinestherase-Hemmef geben.

  1. Fall: 51-jähriger Mann aus Psychiatrie. Wesensänderung, Depression seit 5 Monaten. Kein Substanzmittelkonsum. Klinisch: Gang- und Standataxie. Neuropsychologisch sehr auffällig besonders in Sprachflüssigkeit.
    Dann wieder das cMRT und hier Blickdiagnose: hyperintense Basalganglien. Meine Frage: Wie sieht es mit 14-3-3 aus. Und das war natürlich positiv. Der restliche Liquorentnahme passte auch. Dann fragte er mich nach einem weiteren Test, der mir nicht einfiel: RT- Quick und er erzählte, was da gemacht wird. Zu guter letzt noch die Formen von CJK und die Besonderheiten der iatrogenen Form: er wollte besonders auf die Fälle in Frankreich nach Wachstumshormon-Substitution hinaus.

Tipp zum 3. Prüfer: Prof. Vielhaber scheint fast alle Prüfungen zu leiten. Er hat in letzter Zeit sehr oft ICB gefragt: er legt ein Bild hin mit einer occipitalen ICB und dazu wird gefragt, was das ist, DD und was man macht: ohne OAK, mit Pradaxa, Xa-Antagonisten usw. Anschließend fragt er was zur peripheren Neurologie. Ich hatte Loge-de-Guyon (aber nur ganz kurz).

Am Ende Feedback einer sehr guten Leistung und kurzes Gespräch.

Ich wünsche euch viel Spaß mit diesem Roman, den ich hier verfasst habe und drücke die Daumen für eure Prüfungen!

• Link zu allen Protokollen der Neurologie in unserer Webseite „Facharzt JETZT!“: https://facharztjetzt.de/de/Kategorie/fachrichtungen/neurologie/facharztpruefungsprotkoll-de


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